Allgemeines

Hilfemöglichkeit / Therapie Burnout-Syndrom
Das Burnout-Syndrom wird von den Experten anhand einer äußerst komplexen Vielzahl verschiedener Ursachen und Symptomen dargestellt. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht dass im Laufe der Zeit ein immenses Spektrum an Möglichkeiten der Prävention (Vorbeugung des Burnout-Syndroms) und Intervention (Therapie des Burnout-Syndroms) entwickelt wurde.

Therapie des Burnout
Ist die Krankheit Burnout-Syndrom erst einmal als solche erkannt, schließt sich zumeist eine Reihe von psychotherapeutischen Sitzungen an. Die Betroffenen können oftmals nur noch zynisch, ironisch und voller Sarkasmus auf ihre Umgebung reagieren. Beruhigende, stimmungsausgleichende Pflanzenpräparate oder pflanzliche Medikamente wie Baldrian, und Hopfen, Passionsblume, Johanniskraut und Melisse oder auch aus der Aromatherapie Lavendel, Ylang Ylang und weitere antidepressive Öle mögen den Einstieg in die Burnout-Therapie erleichtern, ersetzen können sie diese nicht. Burnout-Patienten benötigen viel Zeit und viel Ruhe, um wieder zu sich selbst zu finden und Frieden zu schließen mit ihrer Lebenssituation.

Burnout: Erst Diagnose – dann Behandlung
Vor der Behandlung des Burnout-Syndroms muss eine exakte Diagnose erfolgen. In vielen Fällen ist es nicht einfach, den Burnout von anderen Erkrankungen wie Depressionen zu unterscheiden. Zu Beginn der Burnout-Behandlung muss jedoch immer eine äußerst gründliche Analyse der Situation des Patienten erfolgen. Der Burnout-Experte Burisch stellt in diesem Zusammenhang eine Liste von Fragen zur Überprüfung der Situation zusammen.

  • Welche Umweltbedingungen sind die ausschlaggebenden?
  • Welche Bedürfnisse und Ziele des Individuums werden frustriert?
  • Welche Fähigkeiten sind unterentwickelt?
  • Welche normativen Vorstellungen sind evtl. unrealistisch?
  • Welche Glaubenssätze und Denkmuster sind dysfunktional?
  • Welche Informationen fehlen?
  • Wo lässt sich mit dem besten Aufwand/ Nutzen-Verhältnis etwas zum Besseren wenden, ein Stück Autonomie wiedergewinnen?

(Quelle: Burisch, 1994, Seite 227 und 228)

Burnout-Syndrom: Selbstdiagnose
Um einem Burnout bereits in seinen Anfängen begegnen zu können oder in den fortgeschrittenen Burnout-Prozess sinnvoll einzugreifen, ist eine solche individuelle Bestandsaufnahme unerlässlich. Natürlich ist auch eine Selbstdiagnose durch den Betroffenen möglich. Die Selbstdiagnose setzt sich selbst gegenüber aber sehr viel Ehrlichkeit voraus. Das zentrale Anliegen besteht darin abzuklären, ob sich persönliche oder institutionelle Voraussetzungen beziehungsweise Eigenschaften als belastend erweisen. Grundsätzlich kann eine Selbstdiagnose die Diagnose durch Psychiater oder Psychologen nicht ersetzen. Der Burnout-Test auf dieser Internetseite gibt erste Hinweise.

Therapieziele bei Burnout-Patienten:

Generell veränderte Selbsteinschätzung
Grundlegende Veränderung der Lebensgewohnheiten hin zu einer gesunden und geordneten Lebensführung insbesondere die folgenden Faktoren betreffend:

  • Schlaf
  • Genussgifte
  • Erholungsbedarf
  • Nahrungsverhalten
  • körperliche Aktivität

Ergänzt wird dieser Ansatz der Burnout-Therapie durch eine ausführliche Diskussion der Arbeitsplatzsituation insbesondere folgende Punkte betreffend:

  • zu hohe Erwartungshaltung
  • Überforderung
  • mangelhafte Unterstützung durch Vorgesetzte
  • Auseinandersetzungen mit Kolleginnen und Kollegen
  • Unzufriedenheit
  • Resignation und Verbitterung
  • sonstige psychosoziale Faktoren

Physiotherapie (Körperliche Anwendungen) helfen dabei, Entspannung zu finden. Zu erwähnen sind hier vor allem:

  • Schulter- und Nackenmassage
  • Gymnastik
  • Kneippsche Anwendung
  • medizinische Bäder mit entsprechenden Zusätzen

Tipp: Das imedo Infocenter Burnout bietet hilfreiche Tipps für den Alltag.

Medikamentöse Therapie des Burnout-Syndroms
Das Burnout-Syndrom allein mit Medikamenten zu behandeln ist ausgeschlossen. Aber eine medikamentöse Therapie ist bei vielen Burnout-Patienten notwendig. Das trifft insbesondere für solche zu, die unter Depressionen leiden. Grundsätzlich können beim Burnout-Syndrom auch unterstützende Medikamente verabreicht werden:

  • Johanniskraut (Hypericum perforatum) zur Stabilisierung der Stimmung sowie zur Beruhigung
  • Baldrian (Valeriana)
  • Hopfen (Humulus lupulus)
  • Melisse (Melissa officinalis)
  • Passionsblume (Passiflora incarnata)

Kava Kava wirkt zudem angstlösend und im Einzelfall helfen gegen das Burnout-Syndrom, zeitlich begrenzt eingesetzt, niederpotente Neuroleptika und Antidepressiva.

Das Burnout-Syndrom ist häufig von Depressionen begleitet
Bei vielen Burnout-Patienten kommt es zu Depressionen. Depressionen müssen natürlich behandelt werden. Neben der klassischen Burnout-Therapie profitieren die von Burnout betroffenen Menschen vom Austausch mit anderen Betroffenen. Für die Burnout-Patienten ist es wichtig, rasch die richtigen Ansprechpartner (Burnout-Experten, spezialisierte Kliniken und Organisationen sowie Links zu Burnout-Internetseiten) und Informationen zu finden. Wir haben eine Vielzahl von Links zu Burnout-Experten und Informationen für Sie auf dieser Internetseite zusammengestellt.


3 Kommentare zu “Allgemeines”

  1. Helga sagt:

    Fühle mich total ausgebrannt, beruflich überfordert- keine planbare Freizeit, keine Möglichkeit regelmäßig Termine auszumachen, da ich meist erst um 20Uhr von der Praxis nach Hause komme. Privat auch eine unbefriedigende Partnerschaft und gesundheitlich sehr stark durch Rückenprobleme, Rhitzarthrose in den Daumengrundgelenken und körperlichen Überlastungserscheinungen (Schmerzen)
    beeinträchtigt. Außerdem werde ich in der Praxis von einigen Kollegen stark gemobbt, was mich so langsam in eine psychische Auswegslosigkeit treibt, da
    ich ja auf den Job angewiesen bin und mit 57 Jahren nirgends mehr unterkomme.
    Vielleicht können sie mir einen Weg zeigen?

  2. Helga sagt:

    Ich würde mich über Hilfsmöglichkeiten und Tips zu meiner Situation freuen

  3. anke sagt:

    Liebe Helga,
    ich bin vielleicht ein bisschen spät dran – aber vielleicht liest Du es ja trotzdem noch.
    Ich kann Dir nur raten such Dir Hilfe zur Selbsthilfe, denn alleine da rauszukommen ist unglaublich schwer. Geh doch mal zu Deinem Hausarzt und sprech mit ihm über eine Therapie. Vielleicht wirst Du jetzt sagen: “wieso, die Probleme kommen doch von außen”, aber oftmals ist das gar nicht so, sondern wir bekommen nur den Spiegel vorgehalten, d.h. wenn ich mich, mein Verhalten und vor allem meine Einstellung ändere, werde ich nicht nur glücklicher in meinem Leben, sondern die Umstände, die Zwänge und auch die Beziehungen zu anderen Menschen ändern sich wie von selbst.
    Ich wünsche Dir viel Glück und Kraft diesen Weg zu gehen
    Anke

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