Burnout-Erklärungsansatz nach Maslach & Jackson
Erklärungsansatz für das Burnout-Syndrom nach Maslach und Jackson
Die Burnout-Experten Maslach und Jackson betonen in ihren Ausarbeitungen, dass die Ursachen von Burnout im Wesentlichen nicht in den Persönlichkeitszügen der Helfern, sondern bei den wirksamen und strukturellen Merkmalen von schlechten Situationen bei der Arbeit liegen. Zu den Faktoren, welche das Entstehen von Burnout begünstigen zählt Maslach (1982) unter anderem:
- Mangel an positivem Feedback
- Fokussierung auf Klientenprobleme
- gehäufte chronische und schwer zu beeinflussende Probleme
- die Normen eines guten Helferverhaltens
- eine zu starke Involviertheit
- Hierarchieprobleme
- administrative Zwänge
- eine schlechte Teamarbeit
- Druck von Vorgesetzten
- schlechte Arbeitsorganisation
- mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel)
- problematische institutionelle Vorgaben und Strukturen
Verzerrung der Selbst- und Fremdbeobachtung
Als verursachend in der Person der/des Helfenden werden von den Autoren primär Verzerrungen in der Selbst- und Fremdbeobachtung angeführt, welche bei der Entstehung von emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierter persönlicher Leistungsfähigkeit entscheidend sind. Dieser Mechanismus führt dazu, dass die Helfenden zwar die situationalen Belastungen der Arbeit erkennen, dennoch die Fehler in sich selbst suchen, wodurch sich Versagensgefühle, Selbstwertverlust und depressive Zustände entwickeln. Begründet wird dieses Verhalten damit, dass die Helfenden berufsbedingt dazu neigen die Bedeutung der Persönlichkeitsvariablen zu überschätzen. Außerdem werden negative Gefühle am Arbeitsplatz als unprofessionell bewertet, was sich für eine soziale Unterstützung im Kollegenkreis als äußerst hinderlich darstellt. Die Helfenden beginnen daher noch härter zu arbeiten, was den Burnout-Prozess wiederum beschleunigt. Schaffen die Helfern sich in entsprechenden Situationen keinen Abstand von der emotionalen Beanspruchung, kann dies zu Burnout führen.
3 Komponenten der Burnout-Entwicklung
Der Burnout-Prozess wurde durch Maslach und Jackson ausgehend von den drei Komponenten, der emotionalen Erschöpfung über Depersonalisierung bis hin zu reduzierter persönlicher Leistungsfähigkeit konzipiert. Der Prozess beginnt mit Symptomen der emotionalen Erschöpfung, wodurch die Entwicklung von Depersonalisierung und/oder reduziertem Wirklichkeitserleben angestoßen oder auch verstärkt wird. Durch stress-hafte Situationen wird eine emotionale Erschöpfung hervorgerufen und als Reaktion darauf wird versucht die emotionale Beanspruchung in Form von Depersonalisierung, durch physischen und psychischen Rückzug zu reduzieren. Die Erschöpfung und die durch die Depersonalisierung verschlechterte Beziehung zu den Klienten verringert schließlich das Gefühl von Wirksamkeit.
1a. emotionale Erschöpfung
1b. physische Erschöpfung
3. Terminales Stadium
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2. Dehumanisierung
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Ansatz nach Maslach und Jackson (1982) (Quelle: Röhrig und Reiners-Kröncke, 2003, Seite 45)