Krankheitsstatus

Krankheitsstatus Burnout-Syndrom
Das Burnout-Syndrom hat sich zu einer Volkskrankheit entwickelt. Leider ist trotz vielfältiger Forschungsvorhaben das Burnout-Syndrom noch nicht als Krankheit anerkannt. Da Burnout weder in der jüngsten Ausgabe des DSM-IV noch in dem entsprechenden internationalen Verzeichnis, dem ICD-10 aufgeführt ist, stellt es im Sinne der kanonisierten medizinischen Definition keine Krankheit dar. Im Abschnitt Z-73.0 „Ausgebranntsein, Burnout, Zustand der totalen Erschöpfung“ wird unter der Überschrift „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen“ jedoch der Begriff in Kapitel 21 des ICD-10 erwähnt. Es ist bisher jedoch noch nicht hinreichend geklärt, ob eine solche Beeinflussung infolge eines Burnout tatsächlich stattfindet.

Volkskrankheit Burnout
Das Burnout-Syndrom betrifft allein in Deutschland viele Millionen Menschen. Experten schätzen die Zahl der Burnout-Patienten in Deutschland auf 10 bis 15 Millionen. Ein Burnout-Patient befindet sich im Zustand extremer emotionaler Erschöpfung und verfügt nur über eine deutliche reduzierte (körperliche und geistige) Leistungsfähigkeit. Das Burnout-Syndrom ist der Endzustand eines langen Entwicklungsprozess. Es kommt also nicht plötzlich dazu, dass sich Menschen ausgebrannt fühlen und unter Burn-Out leiden. Die Entwicklungslinie beginnt oftmals mit idealistischer Begeisterung und dadurch bedingen sich viele frustrierende Erlebnisse. Langsam kommt es immer mehr zu Desillusionierung und Apathie. Psychosomatische Erkrankungen sind oft die Folge des Burnout. Dazu gesellen sich Depressionen, Aggressivität und eine erhöhte Suchtgefahr. Aber nicht jeder Burnout-Patient hat den gleichen Erkrankungsverlauf und auch nicht die gleichen Symptome. In jedem Falle muss das Burnout-Syndrom fachärztlich und durch Psychologen behandelt werden.

Zusatzinformation DSM-IV
Die Abkürzung DSM steht für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (zu Deutsch: Diagnostisches und Statistisches Handbuch psychischer Störungen). Das DSM ist ein Klassifikationssystem der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung. Das Handbuch gibt es seit 1952. Aktuell liegt die Version DSM-IV aus dem Jahr 2007 vor.

Zusatzinformation ICD-10
Die Abkürzung ICD steht für International Statistical Classifikation of Diseases and Related Health Problem (= Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme). Der ICD ist das wichtigste und weltweit anerkannte Diagnose-Klassifikationssystem in der Medizin. Der ICD wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben. Die aktuell gültige Ausgabe ist der ICD-10 von 2006.

Diagnose Burnout
Die Diagnose von Burnout (dem Burnout-Syndrom) wird von Psychiatern und Psychologen mit Hilfe einer ausführlichen Anamnese und der fehlenden objektiv feststellbaren Grunderkrankung gestellt. In der medizinischen und psychologischen Fachwelt gibt es verschiedene Krankheitsbilder mit einer ähnlichen Symptomatik. In der Psychiatrie gibt es die so genannte Neurasthenie, ein Zustand anhaltender übersteigerter Müdigkeit und Erschöpfung, das chemische Hypersensitivitätssyndrom (Multiple Chemische Sensitivität = CMS) und das Chronic Fatigue Syndrom (CFS = chronisches Müdigkeitssyndrom), wobei eine chronische Müdigkeit verbunden mit körperlichen Beschwerden wie Halsschmerzen ist. Voraussetzung für die Diagnose CFS ist eine Dauer der Beschwerden von mindestens 6 Monaten.

Burnout: Anspruch und Wirklichkeit
Das Burnout-Syndrom unterlag also bisher keiner Zuordnung in eine medizinische Kategorie. Ganz im Gegenteil. Burnout ist in unserer Kultur (…) noch unendlich davon entfernt, eine legitime Belastungsstörung zu sein, die auf mehr Anspruch hätte als auf die Empfehlung “mach doch mal Ferien!”. (Quelle: Rösing, 2003, Seite 90)


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