Erst die Diagnose dann die Therapie
Die Behandlung von Burnout setzt eine Diagnose voraus. Viele können den Zustand des Ausgebranntseins und der emotionalen und körperlichen Erschöpfung nicht immer als Burnout erkennen. Auch dadurch, dass sich das Ausgebranntsein als ein schleichender Prozes entwickelt, ist die Erkenntnis über die Erkrankung meist ein langer Weg und auch Ärzte oder Psychologen, sofern sie keine Burnout Experten sind, können den körperlichen und emotionalen Zustand des Patienten nicht gleich dem Burnout-Syndrom zuordnen.
Die Diagnosestellung erfordert deshalb besonderes Fingerspitzengefühl und Erfahrung von Seiten der Therapeuten und Burnout Experten. Inzwischen gibt es eine Reihe von Tests, die für die Diagnosestellung Burnout-Syndrom von den Therapeuten verwendet werden. Da es jedoch keine einheitliche Möglichkeit gibt, die Diagnose sicher zu stellen und es in vielen Fällen besonders schwer ist, Burnout von anderen Erkrankungen wie Depressionen zu unterscheiden, ist dafür eine individuelle Bestandsaufnahme und gründliche Analyse der Situation des Patienten erforderlich. Nur dadurch gelingt es, die richtige Therapie zu wählen und dem Burnout bereits in seinen Anfängen begegnen zu können beziehungsweise sinnvoll in den fortgeschrittenen Burnout Prozess einzugreifen.
Selbstdiagnose durch Burnout Betroffene
Betroffene können selbst ebenfalls in der Lage sein, eine Selbstdiagnose zu stellen. Dies setzt aber absolute Ehrlichkeit voraus. Zentrales Anliegen der Burnout Diagnose ist es, den Kern als Ursache des Burnouts anhand von persönlicher oder institutioneller Gegebenheiten festzumachen. Grundsätzlich kann eine Selbstdiagnose jedoch die Diagnose durch einen Psychiater oder Psychologen nicht ersetzen. Mit Diagnose des Burnout-Syndroms kann eine Therapie eingeleitet werden.
Was ist eine Psychotherapie?
Unter Psychotherapie ist die Behandlung psychisch, emotional und psychosomatisch bedingter Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen mit Hilfe psychologischer, also wissenschaftlich fundierter Methoden durch verschiedene Formen verbaler und nonverbaler Kommunikation zu verstehen.
Je nach Form der Psychotherapie findet hierbei eher eine Auseinandersetzung mit dem Unbewussten statt (beispielsweise in der Psychoanalyse oder anderen primär analytisch orientierten Therapieformen), um die Ursachen der Erkrankung zu klären oder es wird eher der Bereich des bewussten Denkens und Empfindens ergründet und durchleuchtet (beispielsweise in der Gesprächstherapie oder einer Verhaltenstherapie).
Die Psychotherapie ist ein Leistung der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die von Fachärzten für Psychotherapie, klinischen Psychologen sowie Heilpraktikern für Psychotherapie durchgeführt wird.
Psychotherapie bei Burnout
Das therapeutische Konzept gegen das Burnout-Syndrom umfasst verschiedene Einzeltherapien, die zu einem therapeutischen Gesamtkonzept gegen das Burnout-Syndrom zusammengefasst werden. Zu den therapeutischen Einzelmaßnahmen gegen das Burnout-Syndrom gehört die Psychotherapie. Eine Psychotherapie durch Psychiater, Psychologen mit psychotherapeutischer Ausbildung oder Heilpraktiker für Psychotherapie wird sich im Falle eines Burnouts zunächst auf eine Umverteilung der Energie des Betroffenen vom Aufgabenbereich auf den Freizeitbereich konzentrieren. Die Freizeit wird gefördert, da sie vom Burnout Patienten zuvor in der Regel sträflich vernachlässigt wurde. Daher muss sie in Absprache und Überwachung durch den Therapeuten neu organisiert und dem Patienten als Orientierungshilfe vorgeschrieben werden.
Neuorientierung von Arbeitszeit und Freizeit durch Zeitmanagement
Zeitmanagement kommt in der Therapie von Burnout Patienten eine große Bedeutung zu. Der Woche und den Monaten werden Arbeitszeiten und aktive und passive Freizeitphasen zugeteilt. Diese müssen konsequent eingehalten werden. Freizeit ist ein wichtiger Bestandteil für ein gesundes Leben ohne Burnout.
Annehmen von Freizeit und Lernen sich zu entspannen
Ferner gehört das Erlernen unterschiedlicher Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Yoga sehr häufig zu dem Therapieprogramm. Im Rahmen dieser Techniken gilt es dann für den Patienten, sich die, seinem Leiden zugrunde liegenden, Belastungsfaktoren bewusst zu machen, Stressfaktoren zu identifizieren und eingeschlichene Denkmuster und verquere Wahrnehmungen der Stresssituationen aufzulösen und neu zu Formen.
Das ständig erhöhte Anspannungsniveau soll damit gesenkt werden, da dies zumeist für die reduzierte Stressresistenz verantwortlich gemacht werden kann. Stress ist ein Feind. Entspannung und Freizeit ist ein Freund, dass muss oftmals neu erlernt werden.
Therapieziele bei Burnout-Patienten
Letztendlich hat die Therapie beim Burnout-Syndrom natürlich das Ziel, die Erkrankung zu beherrschen und zu heilen. Rückfälle, die relativ häufig sind, sollen von den betroffenen Patienten rechtzeitig erkannt werden, damit rechtzeitig therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden können.
Ist die Krankheit Burnout erst einmal als solche erkannt, schließt sich zumeist eine Reihe von psychotherapeutischen Sitzungen an. Hierbei gilt es zumindest zu Beginn im Kern darum, den Ursachen auf den Grund zu gehen und das Stadium der Krankheit zu bestimmen. Grundlegende Veränderungen der Lebensgewohnheiten geben dabei genauso Aufschluss, wie eine ausführliche Untersuchung der Arbeitsplatzsituation der Betroffenen, insbesondere folgende Punkte betreffend:
- Schlaf
- Genussgifte
- Erholungsbedarf
- Nahrungsverhalten
- körperliche Aktivität
Ergänzt wird dieser Ansatz der Burnout-Therapie durch eine ausführliche Diskussion der Arbeitsplatzsituation:
- zu hohe Erwartungshaltung
- Überforderung
- mangelhafte Unterstützung durch Vorgesetzte
- Auseinandersetzungen mit Kolleginnen und Kollegen
- Unzufriedenheit
- Resignation und Verbitterung
- sonstige psychosoziale Faktoren
Physiotherapie (Körperliche Anwendungen) helfen dabei, Entspannung zu finden. Zu erwähnen sind hier vor allem:
- Schulter- und Nackenmassage
- Gymnastik
- Kneippsche Anwendung
- medizinische Bäder mit entsprechenden Zusätzen
Medikamentöse Therapie des Burnout
Die Betroffenen können oftmals nur noch zynisch, ironisch und voller Sarkasmus auf ihre Umgebung reagieren. Beruhigende, stimmungsausgleichende Pflanzenpräparate oder pflanzliche Medikamente wie Baldrian, und Hopfen, Passionsblume, Johanniskraut und Melisse oder auch aus der Aromatherapie Lavendel, Ylang Ylang und weitere antidepressive Öle mögen den Einstieg in die Burnout-Therapie erleichtern, ersetzen können sie diese jedoch nicht. Burnout-Patienten benötigen viel Zeit und viel Ruhe, um wieder zu sich selbst zu finden und Frieden zu schließen mit ihrer Lebenssituation.
In der Therapie des Burnout-Syndroms haben sich auch Aminosäuren und Mikronährstoffe bewährt.

