Begriffsentwicklung

Burnout, Burn-out oder Burnout-Syndrom: Begriffsentwicklung
Das englische Wort Burnout stellte ursprünglich einen rein technischen Terminus dar (englisch: to burn out heißt so viel wie ausgebrannt oder ausbrennen). Auf den Menschen und seine Gesundheit bezogen hat es aber eine völlig andere Bedeutung. Hier bedeutet es (englisch: feel burned out heißt so viel wie sich erschöpft fühlen oder englisch: burn oneself out heißt sich kaputt zu machen, sich völlig zu verausgaben). Der Burnout-Patient ist also der ausgebrannte Mensch, dessen inneres Feuer im Laufe der Zeit, auf Grund von zu wenig „Brennstoffzufuhr“ erloschen ist (Quelle: Brockhaus, 1995, 1996). Aber das Burnout-Syndrom ist nicht neu. Paine (1982a, Seite 12) weist darauf hin, dass laut den Herausgebern der Merriam-Webster`s Dictionaries schon in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhundert Burnout ein Thema in den Bereichen des Profisports und der darstellenden Künste war. Die erste Erwähnung des Burnout als ein psychologisches Phänomen, das vorrangig bei Helfern (helfende Berufe) anzutreffen ist, findet sich bei Bradley (1969, Seite 366). (Quelle: Enzmann und Kleiber, 1990, Seite 11)

Tipp: Weitere Informationen sowie Austauschmöglichkeiten mit Betroffenen und Angehörigen finden Sie auch im imedo Infocenter Burnout.

Woher der Begriff Burnout stammt – geschichtliche Aspekte zum Burnout-Syndrom
Der Begriff Burnout im Zusammenhang mit dem Zustand des „Ausgebranntseins“ wurde im Jahr 1974 von dem Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger erstmals verwendet. Freudenberger war deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker, der in einem 1974 in der Zeitschrift Journal of Social Issuses publizierten Aufsatz „Staff burn-out“ erstmalig Burnout beschrieb und 1980 ein Buch zum Burnout-Syndrom (Burn-Out: The high costs of high Achievement) herausbrachte. In der Erstbeschreibung ging es insbesondere um das Burnout-Syndrom von medizinischen Fachberufen wie Ärzten, Rettungsdienstpersonal und Krankenpflegeberufen aber auch Lehrern, Sozialarbeitern und Erziehern. Diese Berufsgruppen haben grundsätzlich eine relativ hohe Krankschreibungsrate, sind häufig arbeitsunfähig und werden früh verrentet. Ursachen sind eine extrem hohe Arbeitsbelastung in Verbindung mit einem ausgeprägten persönlichen Engagement – das so genannte Helfersyndrom. Diese Kombination führt bei vielen Menschen zum „Ausbrennen“ – also dem Burnout-Syndrom. Das Burnout-Syndrom wurde zu einem allgemein bekannten Begriff, weil es als Managerkrankheit bekannt wurde und immer wieder Prominente als ausgebrannt beschrieben werden und diese Informationen in die Medien gelangen. Inzwischen sind die Begriffe Burnout, Burn-Out und Burnout-Syndrom weithin allgemein bekannt, von der Medizin und Psychologie anerkannt und werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem ICD-10-Schlüssel Z73.0 (Ausgebranntsein = Burn-out = Zustand der totalen Erschöpfung) klassifiziert. Immer mehr Menschen sind ausgebrannt und leiden unter dem Burnout-Syndrom. Das Burnout-Syndrom ist eine Volkskrankheit in den westlichen Industrieländern. Fast 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter dem Burnout-Syndrom.

Freudenberger prägt den Begriff Burnout
Ab 1976 wurde der Begriff Burnout (Burnout-Syndrom) in den USA durch Herbert J. Freudenberger, Christina Maslach und Ayala Pines für helfende Berufe erstmalig in der Praxis angewandt. Erst später wurden auch andere Berufsgruppen und der private Lebensbereich in die Beobachtungen mit einbezogen. Inzwischen ist klar, dass das Burnout-Syndrom alle Bevölkerungsgruppen und Berufsgruppen betreffen kann. In den 1980er Jahren entwickelte sich der Begriff Burnout und das Burnout-Syndrom zu einem Begriff in der Therapie und Diagnostik von Patienten. Seit 1980 gibt es erste deutschsprachige Übersetzungen der ausländischen Burnout-Literatur. Zuvor gab es den Begriff in der deutschsprachigen Literatur nicht. Damit zog die Behandlung von Burnout-Patienten erst in den 1980er Jahren in das Behandlungsspektrum der Therapeuten ein. Heute haben sich viele Experten, Therapeuten und Kliniken auf die Diagnostik und Therapie von Burnout-Patienten spezialisiert und der Begriff ist auch der Bevölkerung allgemein bekannt. Das Burnout-Syndrom ist eine Volkskrankheit.

Immer mehr Literatur zum Burnout-Syndrom
Natürlich hat sich durch die zunehmende Verbreitung des Begriffs Burnout auch die Publikationstätigkeit verändert. Es erscheinen immer mehr Publikationen über das Burnout-Syndrom. Das trifft auf Patientenliteratur zum Thema Burnout natürlich genauso zu, wie auf die Fachliteratur zum Burnout-Syndrom. Bis heute gibt es eine sehr große Anzahl an Publikationen zum Thema Burnout (allein in der Bibliographie von Enzmann und Kleiber, 1990, findet sich eine Auflistung von 2.496 Titeln zu diesem Thema. Gusy (1995) geht von rund 300 weiteren Publikationen jährlich aus). Die Zahl der Bücher, Artikel und Arbeiten zum Thema Burnout nimmt ständig zu. Das Burnout-Syndrom hat sich in der modernen Industriegesellschaft leider zur Volkskrankheit entwickelt.

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